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Frauen*streik goes Global Climate Strike

20. September

Aufruf zur Demo für den Global Strike am 20. September 2019

„Wir müssen auf der ganzen Welt kämpfen, wo auch immer wir sein mögen, denn wir haben keinen Ersatz-Planeten. Wir haben nur diesen einen und wir müssen handeln!“

Berta Cáceres, Anführerin der Lenca Gemeinde, Feministin und ökologische Aktivistin aus Honduras, 2016 aufgrund ihrer politischen Aktivität ermordet

Seit Jahrzehnten kämpfen vor allem indigene Gemeinden und Bäuer*innen im Globalen Süden gegen die brutale Zerstörung ihrer Lebensgrundlage durch den fortschreitenden Kapitalismus. An der Spitze vieler Bewegungen stehen Mädchen und Frauen, die gegen Waldrodungen, Wasserverschmutzungen und für den Erhalt ihres Lebens kämpfen. Frauen wie AnunuUwawah aus dem Niger Delta (Nigeria), Máxima Acuña Atalaya aus Celendín, Cajamarca (Peru), Alessandra Munduruku aus Pará, Amazonasregion (Brasilien), TianGuirong aus der Henan Provinz (China) oder auch MedhaPatkar aus Mumbai (Indien) zeigen uns dabei, mit welcher Stärke und Würde sie gemeinsam mit ihren Gemeinschaften gegen multinationale Konzerne und rechte Politik vorgehen.

Am 20. September gehen auch wir mit tausenden Schüler*innen, Auszubildenden, Studierenden und Arbeiter*innen unterschiedlichster Sektoren in Berlin auf die Straße, um auch hier den Kampf gegen die Klimakatastrophe zu den Verantwortlichen zu bringen.

Die ökologische Krise betrifft Frauen und Queers!

Wir wissen, dass die Klimakrise die Existenz von Milliarden von Menschen bedroht. Weltweit sind Frauen und Queers, vor allem im Globalen Süden, stärker von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Wir sind diejenigen, die weltweit überproportional häufig für Sorge- und Reproduktionsarbeit zuständig sind. Wenn Hitze und starke Regenfälle mehr Malariainfektionen hervorrufen, müssen sich vor allem Frauen und Queers um die Krankenpflege kümmern. Nach Naturkatastrophen haben Frauen und Queers ein viermal höheres Risiko, nicht zu überleben und/oder Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. Ein Großteil der ermordetenUmweltaktivist*innen sind Frauen. In vielen Regionen der Welt verschlechtert der Klimawandel die Lebensbedingungen so sehr, dass immer mehr Menschen gezwungen sind, über menschenunwürdige Fluchtrouten wie das Mittelmeer aus ihrer Heimat zu flüchten.

Großkonzerne: Die Verantwortlichen der Krise

Die Macht der Großkonzerne aus den kapitalistischen Zentren wie Deutschland, ist das größte Hindernis für Klimagerechtigkeit und Klimaschutz. In Deutschland sind Industrie und Energiewirtschaft für 59 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Nach der Liberalisierung durch die rot-grüne Regierung unter Kanzler Schröder wird der Energiemarkt von den ‚Großen Fünf’ dominiert: Eon, RWE, Vattenfall, EnBW und LEAG. RWE ist als Braunkohleriese der größte CO2-Emittent Deutschlands. Deutsche Autokonzerne treiben weltweit ihre Absatzzahlen voran und sorgen damit für einen steigenden Verbrauch von klimaschädlichen fossilen Kraftstoffen. Zusammen mit der Waffenindustrie sind Auto- und Energiekonzerne mit Abstand die mächtigsten Player auf der Welt.Wenn wir nur noch 5% der heutigen Menge an PKWs herstellen würden – und zwar so nachhaltig wie möglich – könnten der Rest für die Produktion von deutlich mehr Bussen, Bahnen oder gar Windkraftanlagen genutzt werden. Wollen wir überleben, müssen ihre Geschäftsmodelle einer Wirtschaft weichen, die das produziert, was wir, die Produzent*innen, wirklich für notwendig halten. Als arbeitende, oftmals migrantische Frauen erleben wir selbst jeden Tag nicht nur, was Unterdrückung bedeutet, sondern auch, was Ausbeutung bedeutet. Beides hängt direkt miteinander zusammen.

Für eine geschlechtergerechte Klimapolitik!

Daher streiken auch wir am 20. September gemeinsam mit vielen anderen Aktivist*innen für eine ökologische und nachhaltige Alternative zum Kapitalismus. Profitmaximierung und Wirtschaftswachstum dürfen nicht über einem intakten Verhältnis zur Natur stehen! Wir unterstützen Fridaysfor Future und solidarisieren uns mit den seit über 8 Monaten bestehenden weltweiten Klimastreiks. Gleichzeitig reichen die Forderungen z.B. nach der Einhaltung des Pariser Klimaabkommens und der Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5° Celsius nicht aus. Denn: Klimapolitik kann nur funktionieren, wenn sie geschlechtergerecht gedacht wird!

Alles umwälzen!

Mit Blick auf die Tagung des Klimakabinetts hier in Berlin und den UN-Klimagipfel in New York fordern wir:

1. Eine flächendeckende Gratisnutzung des massiv auszubauenden öffentlichen Nahverkehrs und eine konsequente Verkehrswende weg vom ökologisch verheerenden Individualverkehr!

2. Radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und damit u.a. mehr Zeit für gerecht verteilte Reproduktionsarbeit!

3. Eine weltweite Agrarwende hin zu ökologischem Landbau und fortschrittlichen AnbaumethodenVergesellschaftung der großen Agrarkonzerne, die besonders arme Bäuer*innen ins Elend stürzen!

4. Vergesellschaftung der großen Energiekonzerne und Umstieg auf erneuerbare Energieträger!

Wir solidarisieren uns auch mit den aktuellen und akuten Kämpfen der indigenen und quilombo Frauen in Brasilien gegen die Umweltpolitik von JairBolsonaro, welcher ihre Lebensgrundlage für immer zerstört! Die aktuellen Brände sind keine ‚Naturkatastrophen‘, sondern Produkt von massiven Rodungen und gezielter Feuerlegung von den Handlangern der brasilianischen Regierung und der westlichen Agrarkonzerne. Wir solidarisieren uns mit allen feministischen und Frauenkämpfen gegen die Klimakrise, patriarchale Unterdrückung und Kapitalismus!

Schließt euch uns an! Ihr findet uns beim Sorge- und Gesundheits-Block um 12 Uhr am Brandenburger Tor! Tragt die Farbe Lila, um eure feministischen Forderungen sichtbarer zu machen!

Kommt zu unseren Treffen an jedem 8, 18. und 28. des Monats und bringt euch ein – für einen antikapitalistischen, internationalistischen Feminismus!

Frauen*streik Komitee Berlin

*Queers: Kurz gesagt, bedeutet ‚queer‘ , dass es mehr als zwei Geschlechter gibt (Männer und Frauen) und mehr als einen Weg (Heterosexualität), um zu leben und zu lieben. Neben queer gibt es viele verschiedene Begriffe (und manchmal auch keinen definitiven Begriff), die Menschen verwenden, um ihr Geschlecht und ihre Sexualität über Heteronormativität hinaus zu beschreiben. Wenn wir von Frauen reden, sprechen wir nicht nur von cis Frauen, also Frauen, bei denen das bei Geburt zugewiesene Geschlecht mit der Geschlechtsidentität übereinstimmt. Nicht alle Menschen, die als „Frau“ angesprochen werden, sind Frauen.

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Datum:
20. September