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Frauen*streik // Lüneburg

8. März @ 13:00

Am 8. März ist Internationaler Frauen*kampftag. An diesem Datum gehen weltweit vor allem Frauen, Lesben, Inter-Personen, Nicht-binäre, Trans-Personen* (FLINT*) nicht zur Arbeit und auf die Straße. Wir sind wütend und wir streiken!

Es ist 2019 und wir dürfen noch immer nicht selbst über uns und unseren Körper entscheiden. So sprechen beispielsweise die Paragraphen 218 und 219, die Schwangerschaftsabbrüche kriminalisieren, allen gebärfähigen Menschen das Recht auf umfassende Selbstbestimmung ab. Neben rechtlichen Schranken wie dieser, begegnen uns in unserem Alltag heterosexuelle Lebensentwürfe, starre Schönheitsideale und festgefahrene Rollenbilder als Norm. Wer sich diesen nicht fügt, erfährt soziale Ausgrenzung.

Auch im Arbeitsleben werden Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sozialen Stellung, Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert: Nicht nur, dass FLINT* im Lohnarbeitssektor deutlich schlechter verdienen, von ihnen wird auch erwartet, einen Großteil der unbezahlten Arbeit für die Gesellschaft zu leisten.
Wir brauchen keine starre Einteilung in Frau und Mann, sondern Anerkennung und Gerechtigkeit für alle Geschlechter.

Wir nehmen es nicht länger hin, dass FLINT* Gewalt erfahren. Sei es in Form von verbalen Angriffen, Bevormundungen jeglicher Art oder physischen und psychischen Übergriffen. Das heißt nicht, dass wir Schutz vor Männern brauchen, sondern ein Ende jeder Gewalt.

Wir grenzen uns ab von pseudofeministischen Positionen, die rechte Überzeugungen verbreiten, denn sexualisierte Gewalt gegenüber FLINT* geht zum großen Teil von weißen deutschen Männern aus, oftmals verborgen im Privaten. Genauso lehnen wir die kapitalistische Gesellschaftsordnung ab, da sie auf der unbezahlten Sorgearbeit und Ungleichbehandlung der Menschen beruht. Unser Feminismus ist antirassistisch und antikapitalistisch. Wir lassen uns nicht spalten!

Wir fordern Euch daher auf kreativ zu werden und Euch Räume zu erobern und zu schaffen. Macht sichtbar, welche Löcher Eure Arbeiten hinterlassen: Legt die Haushaltsarbeit nieder. Gebt euch frei. Bummelt bei der Arbeit. Schwänzt die Schule. Geht nicht in die Uni. Tauscht Euch aus mit euren Kolleg*innen, Freund*innen, Großmüttern*, Müttern*, Tanten* und Schwestern*. Organisiert euch!

Lasst uns, wie unsere Vorgänger*innen und Mitstreiter*innen, mit allen nötigen Mitteln für ein gutes Leben für alle kämpfen: Bis jeder Tag 8. März ist!

Wir fordern:

  • das Ende der Besteuerung von Menstruationshygieneartikeln als Luxusgüter.
  • die Abschaffung der Paragraphen 218 und 219 StGB.
  • die Anerkennung von selbstbestimmter Sexarbeit als legitimen Beruf.
  • das Ende des Pflegenotstands, des Mangels an kostenloser Kinderbetreuung und die Aufwertung der Hebammen- und der Reinigungsarbeit.
  • die Wertschätzung unbezahlter Arbeit als notwendigen Beitrag zu unserer Gesellschaft.
  • die Anerkennung von Geschlechtervielfalt in allen gesellschaftlichen Bereichen.
  • eine tatsächliche und nicht nur formelle Gleichstellung aller Geschlechter in der Gesellschaft.

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, rufen wir am 08.03.2019 um 13 Uhr auf dem Marktplatz in Lüneburg zur Kundgebung auf!

Weitere Veranstaltungen hier.

Zu den Begriffen:

Der Begriff intergeschlechtlich bezeichnet Menschen, die genetisch und/oder anatomisch und hormonell nicht eindeutig dem weiblichen* oder > dem männlichen* Geschlecht zugeordnet werden können.

Non-binary* bezeichnet Personen, die sich nicht in das binäre
Geschlechtersystem einordnen wollen, das heißt, die weder Mann noch Frau sind.

Trans* bezeichnet Menschen, die sich nicht ihrem bei der Geburt
zugeordneten Geschlecht zugehörig fühlen.

Cis:
Cis-Frauen und Cis-Männer bezeichnet Menschen, die sich ihrem bei der
Geburt zugeordneten Geschlecht zugehörig fühlen.

zum * :
* Dein Geschlecht ist nicht dein Körper, dein Geschlecht ist eine
soziale Zuschreibung. Das * soll das ausdrücken.