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Keep your politics out of my uterus // Berlin

8. März @ 16:00 - 18:00

Am 7. März lädt AKK zum Streik vor dem Streik: Denn staatlich-patriarchale Zugriffe auf die Körper von Frauen* sind immer noch gesellschaftliche Realität. Wir treffen uns vor dem Gesundheitsministerium in der Friedrichstraße, wo aktuell eine unsägliche „Post-Abortion“-Studie in Auftrag gegeben wird. Kommt mit uns auf die Straße gegen den antifeministischen Backlash! Lasst uns gemeinsam eintreten für die Entkriminalisierung von Abtreibung und die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a StGB und für sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung – für eine befreite Gesellschaft! Bringt Kleiderbügel mit – All Genders Welcome.

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Sogenannte Lebensschützer, die AfD und Antifeminist*innen feiern Erfolge: Die Anzahl von Kliniken und Praxen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, hat sich in den letzten 15 Jahren fast halbiert. Ärzt*innen wie Kristina Hänel werden verurteilt, weil sie über Abtreibungen informieren und die Bundesregierung gibt Millionen für eine Studie zum von den Lebensschützern erfundenen ‚Post-Abortion-Syndrom‘ aus. Mit der Studie sollen die »seelischen Folgen« von Abtreibungen erforscht werden – dabei ist gut belegt, dass Frauen* Abtreibungen mehrheitlich eben nicht bereuen!

Die andauernden Debatten um das Recht auf Abtreibung sind Teil des rechten, antifeministischen Backlashs, den wir zurzeit erleben. Es steht (mal wieder) das Recht der Frauen* auf dem Spiel, sich selbstbestimmt für oder gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden. Dabei wird die schlichte Zurechnungsfähigkeit von Frauen* infrage gestellt, wenn zum Beispiel der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) behauptet, wir würden die Pille danach »wie Smarties essen«. Angesichts solcher weiblicher Unvernunft erscheint der »Schutz des ungeborenen Lebens« auch gegen die Schwangere selbst nicht nur moralisch notwendig, sondern auch logisch.

Aktuell wurde der Paragraf 219a StGB verändert. Dieser Paragraf wurde von den Nationalsozialisten eingeführt und verbietet noch heute »Werbung« für Abtreibungen. Und auch nach der Reform von §219a StGB hat der Staat weiterhin die Kontrolle darüber, welche Informationen über Abtreibungsmethoden und -kosten wo verfügbar sind. Das ist keine Verbesserung, sondern verhindert den schnellen und einfachen Zugang zu Informationen, die einen sicheren Schwangerschaftsabbruch ermöglichen. Ganz zu schweigen davon, dass Abtreibungen in Deutschland letztlich immer noch verboten, also nur unter bestimmten Bedingungen straffrei sind (§218 StGB). Die Kriminalisierung von Abtreibung ist Teil staatlicher Bevölkerungspolitik, mit der die Familie als »Keimzelle der Nation« gefördert wird. Dabei definiert der Staat die Menschenleben – mit dem Blick auf ihre kapitalistische »Verwertbarkeit« – als unterschiedlich »wertvoll«: Während die einen gar nicht erst herkommen sollen und deshalb an den EU-Außengrenzen sterben, sollen die anderen – mit Vorliebe weiße Akademiker*innen – mehr Kinder kriegen. So wird klar: Hier geht es nicht um »Lebensschutz«, sondern um den Fortbestand der »deutschen« Bevölkerung.

Seit Jahrzehnten kämpfen Frauen* und Feminist*innen weltweit gegen staatlich-patriarchale Zugriffe auf ihren Körper und für die Legalisierung von Abtreibungen – und leider sind diese Kämpfe aktuell wie eh und je. Lasst uns deswegen gemeinsam eintreten für die Entkriminalisierung von Abtreibung und die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a StGB und für sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung – für eine befreite Gesellschaft!

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For so-called pro-life – or more accurate – anti-choice activists, the AfD and other antifeminists things seem to go well these days: the number of clinics and medical practices that carry out abortions has almost halved in the last 15 years. Physicians like Kristina Hänel are sentenced for providing information about abortions, while the federal government spends millions on a study on the ‚post-abortion syndrome‘, invented by ‚pro-life activists‘. The study intends to investigate the „psychological consequences“ of abortions. Yet it is well documented that the majority of women do not regret abortions!

The ongoing debates about the right to abortion are part of a right wing and anti-feminist backlash we are currently experiencing. A women*’s right to decide for or against a pregnancy by her own choice is – once again – at stake. By claiming that women* would eat the morning after pill „like smarties“, Jens Spahn (CDU), Minister of Health, calls the very sanity of women into question. When women are depicted as overly unreasonable and selfish, the „protection of the unborn life“ against the pregnant woman herself seems not only morally necessary, but logical.

Article 219a of the German (StGB) has recently been amended. This article was introduced by the National Socialists and still bans „advertising“ for abortions today. Even after the reform of article 219a StGB, the state still has control over what information about abortion and its financial costs is available for women and where they can get these kinds of information. This is not an improvement; instead, it prevents quick and easy access to information that enables safe abortion. Not to mention the fact that abortions in Germany are ultimately still forbidden today, i.e. an abortion is only exempt from punishment under certain conditions (see §218 StGB). The criminalization of abortion is part of the state’s population policy, which promotes the family as the „nucleus of the nation“. The state defines human live, with a view to its capitalist „usability“, as differently „valuable“. While some people are not supposed to come here in the first place and therefore risk to die at the EU’s external borders, others – preferably white and well educated – are supposed to have more children. It is obvious to us: this discussion is not about the „protection of life“, but about the continued existence of the „German“ population.

For decades, women and feminists worldwide have been fighting against the patriarchal state’s access to their bodies and for the legalisation of abortions. Unfortunately, these struggles are still as relevant as they could be. Let us work together for the decriminalization of abortion and the abolition of article 218 and 219a of the StGB and for sexual and gender self-determination – for a liberated society!

Details

Datum:
8. März
Zeit:
16:00 - 18:00
Website:
https://www.facebook.com/events/256903041896561/

Veranstaltungsort

Bundesministerium für Gesundheit
Friedrichstr. 108
Berlin,
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