Eindrücke

Eindrücke von den Aktionen rund um den 8. März 2022

Solidaritätsaktionen anlässlich des Verhandlungsauftakt für den Sozial- und Erziehungsdienst







„Valentinstag? Sie nennen es Liebe, wir nennen es unbezahlte Arbeit – Wir wollen keine Blumen. Wir wollen eine gleiche Verteilung von Haus- und Sorgearbeit.“

Aktion am 14.02.2022

In zahlreichen Städten haben wir am 14.2. in Fußgängerzonen, in Wohngebieten, auf Spielplätzen, auf Märkten, vor Kindergärten und vor Pflegeinrichtungen Wäscheleinen aufgehangen. Die Plakate an den Wäscheleinen haben Erfahrungen, Informationen und Wünsche zum Thema Sorge- und Hausarbeit versammelt. Darüber hinaus haben sie Forderungen für eine neue Organisation und Gestaltung von derlei Arbeit in unserer Gesellschaft formuliert. Begleitet wurde die Aktion von Kundgebungen, Infoveranstaltungen und Performances. 

In Bonn waren diese Wäscheleinen der Rahmen für eine Performance der Initiative One Billion Rising. So wurde dort der Kampf für die Anerkennung und gerechte Organisation von Haus- und Sorgearbeit mit dem Kampf gegen sexistische und patriarchale Gewalt verbunden.

„Von Liebe gibt es keine Rente!“

Mit den Wäscheleinen haben wir im öffentlichen Raum sichtbar gemacht: Sorge- und Hausarbeit sind ungleich verteilt. Diese Ungleichheiten beginnen in vermeintlich privaten Arbeitsteilungen innerhalb von Beziehungen. Sie werden jedoch vor allem durch gegenwärtige Familien- und Sozialpolitik sowie durch Gesetze wie das Ehegattensplitting gefördert und durch einen Arbeitsmarkt gefestigt, der flexible Teilzeitjobs vor allem im Niedriglohnsektor anbietet. Am Ende werden unbezahlte Haus- und Sorgearbeit, also reproduktive Arbeit, nicht als Arbeit anerkannt – sowohl in Beziehungen und in Familien als auch auf dem Arbeitsmarkt und vor allem in sozialen Sicherungssystemen wie der Rente und der Arbeitslosenversicherung. 

„Sowohl unbezahlt als auch bezahlt mache ich ständig dasselbe: Putzen, Einkaufen, mich um Leute kümmern usw. Ist alles Arbeit!“

Diese Missachtung von reproduktiver Arbeit, die die Gesellschaft tatsächlich jedoch am Laufen hält, geht in bezahlter Sozial- und Erziehungsarbeit, Pflege, Reinigungsarbeit oder Haushaltshilfe weiter. All diese Arbeit ist essentiell und trotzdem unterbezahlt. 

Eine neoliberale Gleichstellungspolitik, die vor allem höhere Schichten adressiert, ist keine Lösung. Sie fördert vielmehr Care-Chains, in denen Haus- und Sorgearbeit mit prekären und informellen Arbeitsverhältnissen auf Haushaltshilfen, Kindermädchen oder 24-Stunden-Betreuer*innen ausgelagert wird.

Damit wir uns reproduktive Arbeit als Gesellschaft jedoch tatsächlich leisten können, brauchen wir eine grundsätzliche Neugestaltung des Verhältnisses von produktiver und reproduktiver Arbeit! Diese Neugestaltung setzt sowohl an Rollenverteilungen in Beziehungen und Familien an als auch an einer Arbeits-, Sozial- und Bildungspolitik, die reproduktive Arbeit als essentiell für unsere Gesellschaft anerkennt.

„Valentina streikt!“ Die Wäscheleine war erst der Anfang auf dem Weg zum feministischen Streik!

Wir machen uns auf den Weg zu einem kämpferischen feministischen 8. März! 

„Überlastet, ungesehen, (unter-)bezahlt! Wir streiken! Gemeinsam gegen Patriarchat und Kapitalismus!“ 

Informiert Euch über Aktionen in Eurer Stadt und beteiligt Euch an Flashmobs, kämpferischen Mittagspausen und Demonstrationen!

„Wegen der ganzen Arbeit ‚nebenher‘ habe ich kaum noch Zeit für mich!“

Die Fotos wurden von feministischen Streikinitiativen in Bonn, Bremen, Darmstadt, Freiburg, Karlsruhe, München, Nürnberg, Stuttgart gemacht.

In Bonn hat Tara (Instagram: @t_for_short) fotografiert.

Rückblick: Videos

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