Frauen*streik

Aufruf der Journalist*innen

Wir Journalistinnen streiken

Wir Arbeiterinnen aus Journalismus und Kommunikation schließen uns dem 8M-Streik an.

Mehr als 8000 Frauen haben unser Manifest für den 8. März unterzeichnet

Wir Journalistinnen aus zahlreichen Medien, Nachrichtenagenturen, Pressestellen und Arbeiterinnen aus Medien und Journalismus allgemein unterstützen den feministischen Generalstreik, der für diesen 8. März ausgerufen wurde. Gleichzeitig rufen wir alle Kolleginnen eindringlich dazu auf, sich der Mobilisierung im Rahmen ihrer Möglichkeiten anzuschließen.

Wir alle leiden unter dem gleichen Machismus wie Frauen aus anderen Arbeitsbereichen – Prekarität, berufliche Unsicherheit, Lohnungleichheit, gläserne Decke, sexuelle Belästigung oder Unterschätzung – aber verbunden mit den speziellen Besonderheiten unseres Berufs. Wir sind uns der gesellschaftlichen Relevanz unserer Arbeit bewusst. Daher wollen wir auch unsere Sorge über den oftmals einseitigen Blick der Medien auf die Realität zum Ausdruck bringen, in dem Präsenz und Beiträge von Frauen fehlen. Feminismus ist auch notwendig, um den Journalismus zu verbessern.

Deshalb verlangen wir an diesem 8. März von Medien und Medienunternehmen, dass sie unsere Forderungen berücksichtigen:

  1. Lohnungleichheit ist eine Realität in unserer Branche. Wir fordern transparente Löhne und eine Überprüfung von Lohnkategorien, Lohnzulagen und Berufsstandards, um Lohnungleichheit abzuschaffen.
  2. Gläserne Decke“. Die Leitung von Medien und Medienunternehmen werden von Männern für sich beansprucht. Wir fordern unser Recht ein, Entscheidungspositionen und verantwortliche Posten zu besetzen und bei Beförderungen für die mittlere Führungsebene beachtet zu werden.
  3. Prekarität. Wir leiden unter stärker befristeten Verträgen als unsere männlichen Kollegen. Außerdem verurteilen wir die Unsicherheit unserer freien und scheinselbstständigen Kolleginnen – eine prekäre Situation, die in den letzten Jahren zur Normalität geworden ist.
  4. Geteilte Verantwortung und Sorgearbeit. Wir wollen darauf hinweisen, dass unsere Arbeitsdynamiken verlangen, trotz Krankheit anwesend und ständig frei verfügbar zu sein und sich nicht mit der notwendigen Sorgearbeit aller Personen vereinbaren lassen. Wir glauben, dass geteilte Verantwortung und Flexibilität nicht von gutem Willen abhängen dürfen, sondern dass Medienunternehmen diese als Priorität übernehmen sollten, um diese Aufgaben unter Männern und Frauen gleich zu verteilen. Wie auch in anderen Branchen, werden Frauen stärker durch die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf benachteiligt. Letztlich sind es Frauen, die ihre Arbeitsstunden ändern oder kürzen, ihre Arbeit aufgeben oder ihren Beruf wechseln, um Sorgearbeit zu leisten.
  5. Sexuelle Belästigung und Mobbing. Viele Journalistinnen erleben Situationen sexueller Belästigung durch Kollegen, Vorgesetzte oder auch Informanten. Andererseits werden wir übersehen oder herablassend behandelt und Paternalismus und Mansplaining sind bei unserer Arbeit in- und außerhalb der Redaktionen auf der Tagesordnung. Als Medienschaffende sind wir neben gewaltsamen und sexistischen Kommentaren in unseren Räumen auch online Belästigungen ausgesetzt.
  6. Meinungsseiten und Gesprächskreise sind männlich dominiert. Es gibt mehr als genug Frauen, die Journalistinnen und Expertinnen sind, die in diesen Räumen ein Gleichgewicht herstellen können.
  7. Einseitiger Blick und Sorge um Schwerpunkte. Die Ungleichheiten, mit denen wir Journalistinnen uns auseinandersetzen müssen, wirken sich auch auf Inhalte und Schwerpunkte der Medien aus. Der Blick auf die Realität, der vermittelt wird, ist oft parteiisch und einseitig, weil er nicht auf gleiche Weise Erfahrungen, Erzählungen und Erlebnisse von Frauen berücksichtigt. Frauen werden oft als Nebenfiguren oder über Stereotype behandelt. Ein Beispiel dafür ist die Berichterstattung über sexualisierte Gewalt, bei der in vielen Fällen immer noch Opfer zu Schuldigen gemacht werden. Titelseiten und Aufmacher in Medien und Nachrichten werden von Männern entschieden.

Wir bitten die Zuschauer und Zuschauerinnen, Leser und Leserinnen eindringlich, sich mit unseren Forderungen zu verbünden. Die Frauen, die dieses Manifest unterzeichnet haben, unterzeichnen persönlich. Wir wollen nicht, dass politische Parteien, Gewerkschaften oder Medien sich unsere Forderungen aneignen.

Wir rufen dazu auf, dieses Manifest am 8. März auf der Plaza Callao in Madrid zu verlesen und ermutigen auch dazu, auch in anderen Städten des Landes dazu aufzurufen.

Wenn du mitmachen willst, Vor- und Nachnamen in dieses Formular eintragen und wir nehmen dich in die Liste der Unterstützerinnen auf. Bitte nur Frauen.

Originaltext: https://lasperiodistasparamos.wordpress.com/