Öffentlichen Raum besetzen!

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1) Aktionen im öffentlichen Raum:

Straßen umbenennen

Straßennamen von doofen Männern suchen und umbenennen, davon Fotos machen und mit einem Text erklären. Z.B. Bismarckstraße wird zu Sakine Cansız-Straße, darunter an den Pfahl einen Zettel kleben mit der Erklärung, wer sie war und wieso wir diese Aktion machen. Die Aktion soll an mehreren Orten stattfinden. Foto machen und veröffentlichen (wurde so z.B. zu der Urteilsverkündung des NSU gemacht).

Zu beachten: die Umbenennung ist illegal, deshalb rechtliche Konsequenzen beachten.

Denkmäler verkleiden

Beim Frauen*streik in Spanien 2018 wurden viele Denkmäler in den Städten verkleidet. Sie bekamen bspw. Schürzen, Besen oder Geschirrtücher, also Symbole der häuslichen unbezahlten Arbeit. So kann in den öffentlichen Raum getragen werden, was oft im Privaten bleibt.

Öffentliche Räume besetzen

Ein Beispiel: Wir besetzen den öffentlichen Raum einer Bank (z.B. der Deutschen Bank) und weisen darauf hin, dass dies zur Struktur einer weltweiten Ausbeutung gehört. Mit einem Banner „Armut hat ein weibliches Gesicht“.

Ein anderes Beispiel: Wir können auch gemeinsam einen zentralen Ort besetzen und für den Austausch verwenden, wie es nach dem 8. März 2019 weitergehen soll und kann. Wir können Sofas aufstellen oder Hängematten für alle, die heute endlich mal keine Care-Arbeit leisten müssen, Workshops machen und Tapeten auslegen, auf denen Frauen* ihre Ideen festhalten können.

Bildungsstätten v.a. Unis sichtbar vereinnahmen: Absperrungen, Lärm, Stören, Banner mit Forderungen

  • Liste inhaltlicher Forderungen an Bildungsstätten z.B. Schwangerschaftsabbruch ins Medizinstudium, heteronormative und sexistische Bildungsinhalte streichen etc.
  • Stören: Absperrbanner, Riesentransparente aus Fenstern, Müll in den Innenhöfen sammeln, Lärm machen, Kundgebungen…
  • Am Besten: solidarische Unibesetzung in lila bundesweit in mehreren Großstätten (als Kunstaktion getarnt um rechtliche Konsequenzen zu umgehen).

Gemeinsame Symbole

Wir tragen alle lila Halstücher! Sticker, Buttons, Regenschirme

 

2) Bundesweit abgestimmte Aktionen:

Einige Aktionen sind dann besonders wirkungsvoll, wenn wir uns dazu bundesweit abstimmen. Hier führen wir einige Ideen auf, die wir spätestens auf dem nächsten bundesweiten Vernetzungstreffen im Februar debattieren wollen.

Dezentral gemeinsam Hausarbeit sichtbar machen

In Thailand konnten alle ihre Besen neben die Haustüre stellen. Als Symbol werden alltägliche Gegenstände verwendet, die ohne großen Aufwand gemacht werden können. In Spanien wurden als Markierung für den Streik Schürzen (teilweise mit aufgemaltem Logo) aus dem Fenster gehängt. Auch Geschirrtücher oder Betttücher eignen sich.

Kochtopf mit Kochlöffel schlagen

Frauen schlagen zu einer bestimmten Uhrzeit gemeinsam die Kochtöpfe. Es ist beeindruckender wenn es nachts geschieht, da es mehr Lärm macht. Auch wenn Leute aus verschiedenen Gründen nicht auf die Straße gehen können, können sie es am Fenster machen. In Madrid leiteten Frauen auf dem Hauptplatz damit um Mitternacht gemeinsam den Streik ein.

Aufeinander abgestimmte Aktionen in verschiedenen Städten

Ein Beispiel: Frauen aus verschiedenen Städten sprayen ein Wort auf ein bekanntes Gebäude oder hängen ein Banner damit auf. Sie machen ein Foto und senden es an die Presse oder posten es auf Social Media. Die einzelnen Wörter ergeben dann einen Satz! Die Aktion sieht nach vielen Menschen aus und ist einfach.

Flyer für z.B. Nachbar*innenschaft mit Infos

Weist eure Nachbar*innen auf die geplanten Aktionen rechtzeitig hin. So können sie entscheiden, am 8. März an den unterschiedlichsten Aktionen teilzunehmen und verstehen, selbst wenn sie nicht teilnehmen, warum auf einmal Küchentücher aus den Fenstern hängen oder die Nachbar*innen anfangen Kochlöffel auf Töpfe zu schlagen.

 

Besonderer Auftritt auf der Demonstration:

Kostüme wie z.B. Handmaids Tale und Performance

Auf einer Demonstration für den freien Zugang zu Abtreibungen lief eine große Gruppe mit, die sich als Frauen aus der TV-Serie „The Handmaids Tale“ verkleidet hatte. Als die Demonstration anhielt befreiten sich die Frauen gegenseitig von dieser Verkleidung um zu zeigen, dass wir frei sind, wenn wir uns zusammen befreien.

Demo/Flash-Mob „oben ohne“

Wir demonstrieren oder machen einen Flash-Mob „oben ohne“! Papiertüte auf dem Kopf, Luftballon mit Gesicht unterm Arm (als Kopf) mit Schildern, die zeigen

  • Mein Kopf ist das, was zählt
  • Selbst wenn ich nackt rumlaufe, hast du mich nicht anzufassen
  • Mein Körper ist nicht dein Lustobjekt/Spielzeug

Kita-Demobeteiligung: Kinderblock

Nehmt die Kitagruppe, in der ihr arbeitet mit zur Demo und bildet einen eigenen Block. Dekoriert die Kita, sodass sichtbar wird, dass ihr streikt. Hängt Windeln aus den Fenstern. Oder geht einfach nicht zur Arbeit, wenn ihr könnt.

Symbolischen Block freilassen

Viele von uns können am 8. März nicht auf der Demo sein. Sei es z.B. weil sie ihre (Sorge-)arbeit nicht niederlegen können, weil sie nicht mobil sind, weil wir sie nicht erreichen konnten. Andere von uns können nicht da sein, weil sie Opfer von Feminiziden geworden sind. Um diesen trotzdem einen Platz auf der Demo zu schaffen, lassen wir einen Block auf der Demo frei. In diesem kann ein Banner mit den Gründen für diesen freien Block getragen werden.